Weltmeisterschaften Champéry - Mathias Flückiger - UNREGISTERED VERSION

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Weltmeisterschaften Champéry

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Lukas Flückiger holt als Fünfter Optimum heraus – Mathias 13.

Die Weltmeisterschaften im eigenen Land verliefen für die Flückiger-Brüder unterschiedlich: Luk war als Fünfter mit dem schweren Rennen in Champéry zufrieden. Der als 13. klassierte Math hätte es unmittelbar nach der Zieldurchfahrt am liebsten vergessen.


Von Kurt Henauer

Diese schweren Titelkämpfe auf einer sehr anspruchsvollen Runde und im zweiten Teil mit Regen sorgten an der Spitze für grosse Abstände. So verlor Luk als Fünfter auf den neuen Weltmeister und Saisondominator Jaroslav Kulhavy 4:29 Minuten; auf den viertplatzierten Spanier Hermida 2:20. „Die ersten vier sind an dieser WM in einer anderen Liga gefahren“, zollte Luk seinen Bezwingern Anerkennung. Das eigene Resultat stufte er positiv ein: „Ich bin  in den letzten zwei Weltcuprennen und auch beim Bikers Cup konstant gefahren. Diese Leistung habe ich abgerufen und mein Ziel, einen Platz unter den Top 5, erreicht“, so Luk, der allerdings mit seiner Fahrt trotzdem etwas haderte. „In der Woche vor dem WM-Rennen habe ich mich frisch gefühlt, habe nur noch Intervalle gemacht. Deshalb habe ich nicht damit gerechnet, dass ich am Anfang Mühe habe.“

So nahm er in der Startschlaufe noch eine gute Position ein. „Aber in der ersten grossen Runde, als die Post abging, hielt ich nicht mit. Deswegen bin ich enttäuscht“, so Luk, der so schon früh aus dem Medaillenkampf fiel. „Dass ich diese Chance nicht wahrnehmen konnte, wurmt mich.“ Nicht nur zu Beginn auch wegen eines Defekts hatte er in der Wechselzone noch einmal eine Minute verloren. Aber wie das Endergebnis zeigt, wäre er auch ohne dieses Missgeschick nicht mehr in Medaillennähe gekommen.

Beine haben nicht gedreht
Math Flückiger ist als letztjährige U23-Weltmeister zu seinen ersten Elite-Titelkämpfen gestartet. Was ihm im Weltcup schon im letzten Jahr gelungen war, nämlich Top-Platzierungen bei den Besten, stellte sich heuer nie so richtig ein. „Eigentlich bin ich in guter Form, aber offensichtlich habe ich den Wechsel zum Berufs-Mountainbiker nicht wirklich geschafft“, so Math. Offenbar hat das zuviel an Zeit für den Zeitmilitär-Spitzensportler dazu geführt, dass er sich etwas verzettelt hat. „So gesehen war es für mich ein Lehrjahr. Das kann ich für die Zukunft mitnehmen. Ich weiss jetzt, was ich für mich machen muss.“ Zu denken gibt ihm, dass er von den Junioren bis zu den U23 immer Fortschritte gemacht und jetzt zum ersten Mal etwas stagniert hat. „Wenn ich dieses gleiche Gefühl wie früher wieder habe, dann geht es sicher wieder aufwärts“, gibt er sich zuversichtlich.

Diese Erkenntnis ist für ihn hart, umso mehr, „als dass mir  die Strecke von Champéry gelegen wäre“, so Math, der als 13. auf den Sieger 6:44 Minuten verlor – keine Weltreise wenn man das ganze objektiv betrachtet. „Das wurmt mich, denn ich war wirklich in der Vorbereitung und auch an den WM motiviert. Aber ich hoffe, dass mich diese Erfahrung weiter bringt.“ Für seine Verhältnisse hatte er einen guten Start, aber nachher lief es nicht mehr rund. „Die Beine haben nicht ‚gedreht‘, ich hatte keine Kadenz und dann habe ich mich technisch verkrampft.“ so Math, der nachher auch mit nachlassender Konzentration zu kämpfen hatte, bei Wurzeln Fehler beging und Ausrutscher hatte. „Obwohl ich mir vorgenommen hatte, mich nicht zu nerven, tat ich es nachher trotzdem“, gab er sich am Tag nach der WM selbstkritisch.

London 2012
Nach den WM in Champéry ist für die Flückiger-Brüder vor den Olympischen Spielen 2012 in London. Weil es keinen Schweizer Weltmeister gab – Nino Schurter holte Silber – sind immer noch drei Startplätze offen, die im nächsten Jahr im Weltcup herausgefahren werden müssen. Pietermaritzburg (SA), Houffalize (Be), Nove Mesto (Tsch) und La Bresse (Fr) heissen zwischen Mitte März und Mitte Mai die Stationen, bei denen laut Selektionskonzept mindestens ein 8. Platz verlangt wird. Angesichts der Leistungsdichte im Schweizer Team wird man aber nur mit Top-3-Plätzen dabei sein könne. „Ich muss an dem festhalten, was ich in diesem Sommer gemacht habe“, sagt Luk zur Ausgangslage. Er hat wieder mit einem Trainer zusammen, der mir einen Raster für das Training gibt. „Es ist ein langer Weg bis zu den Olympischen Spielen, aber ich hoffe, dass ich noch einmal einen Sprung machen kann.“ Auch Math gibt die Hoffnung nach der nicht optimal verlaufenen Heim-WM nicht auf: „In Hinblick auf London fängt es nächstes Jahr mit den Selektionsrennen wieder von vorne an.“

 
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