Gut vorbereitet – aber die WM hat eigene Gesetze
Lukas und Mathias Flückiger gehören an den Mountainbike-WM in Champéry zum starken Schweizer Cross-Country-Team. Am nächsten Samstag um 16.30 gilt es ernst im Kampf um Podestplätze und Medaillen.
Von Kurt Henauer
Sowohl Luk wie auch Math wissen, dass sie gut vorbereitet sind. Trotzdem reden beide nicht euphorisch von den bevorstehenden Titelkämpfen im eigenen Land. „Es ist meine erste WM bei der Elite und WM-Rennen sind speziell“, sagt der letztjährige U23-Weltmeister Mathias Flückiger. „Die WM hat eigene Gesetzt, im letzten Jahr war ich in guter Form und dann hatte ich bereits in der ersten Runde einen Schuhdefekt“, blickt Luk zurück.
Trotz diesen leisen Bedenken sind beide zuversichtlich. „Letztes Jahr ging es gut. Ich werde die WM fahren wie einen Weltcup, auf diese kann ich mich immer gut fokussieren“, nennt Math seine Absicht. Vor zwei Jahren erzielte er auf der WM-Strecke als Fünfter seine erste Top-5-Platzierung bei der Elite; im Vorjahr war er im Wallis sogar Vierter. „Auf jeden Fall freue ich mich auf die Heim-WM mehr, als dass es mich unter Druck setzt“, so der jüngere der Flückiger-Brüder. „Bereits im letzten Winter, wenn es in der Spitzensport-RS in Magglingen manchmal hart war, habe ich mich mit Gedanken an die WM motiviert“, so der Zeitmilitär-Spitzensportler, der mit einem 50-Prozent-Pensum beim VBS angestellt ist.
Luk hat sich die Motivation und das Selbstvertrauen beim Racer Bikes-Cup in Muttenz geholt. Hinter Olympiasieger Julien Absalon wurde er Zweiter. „Ich habe gesehen, dass ich ihm Paroli bieten kann“, so Luk, der zuerst allein geführt hatte, und nach der Einholung durch den Franzosen und abwechslungsweisem Führen nur wegen eines Sturzes den Anschluss verlor. „An den WM wäre ich mit einem Top-5-Resultat zufrieden. Das ist realistisch, so fuhr ich auch in den letzten Weltcups“, so Luk, für den eine allfällige Medaille „nur ein Traum ist.“ Denn in diesem Jahr war er im Weltcup noch nie unter den besten 3. In Champéry hatte er vor zwei Jahren den 4. Platz belegt. „Die Strecke liegt mir“, sagt der gelernte Landmaschinenmechaniker, der mit seinem Bruder am Montag ins Wallis reiste. „Neben guter Erholung und Pflege werde ich wohl noch ein Intervalltraining machen und die heiklen Teile der Strecke anschauen“, nennt er das Vorbereitungsprogramm unmittelbar vor dem Tag X.